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Presseartikel und Rezensionen


Halbleiter aus Frankfurt

Zeitschrift des Elektrotechnischen Vereins Berlin Brandenburg im VDE
ETV-News, Jan./Feb.2006, S.6


Endlich ist es da - ein Buch über die Geschichte des Halbleiterwerkes, des mit 8800 Mitarbeitern größten Mikroelektronikbetriebes der ehemaligen DDR, und die Entwicklung der Halbleitertechnik/Mikroelektronik in Frankfurt (Oder).
Das Buch "Halbleiter aus Frankfurt" von Jörg Berkner kommt zwar spät, aber nicht zu spät, um die Entwicklung dieses Großbetriebes umfassend und chronologisch, zeitgenau, fachlich präzise und mit vielen Details darzustellen. Herausgekommen ist die Beschreibung der Geschichte eines großen Industriezweiges, der wie kein anderer die positive Entwicklung der Stadt Frankfurt (Oder), der Region und der Industrie der DDR geprägt und bestimmt hat.
Der Autor, Jörg Berkner, der nachdem Studium der Informationselektronik 1982 als Dipl.-Ing. im Entwurf von kundenspezifischen Schaltkreisen und an der Modellierung von IS  arbeitete, ist natürlich ein Insider. Er beherrscht die exakte technische Beschreibung der Anwendung, des topograpischen Aufbaus und der Herstellungstechnologie mikroelektronischer Erzeugnisse. Was dieses Buch aber so wertvoll und empfehlenswert macht ist, daß Herrn Berkner der schwierige Spagat gelungen ist, sowohl komplizierte technische Sachverhalte darzustellen, als auch gleichzeitig fast liebevoll die Menschen zu beschreiben, die in jeder betrieblichen Situation versuchten, die immer rasanter steigenden Anforderungen und Herausforderungen zu beherrschen. Hier merkt man es Jörg Berkner besonders an, daß er mit Herz und Seele Halbleiterwerker ist.
Der Autor ist durch intensive Recherchen aber auch in der Lage, die objektiven und subjektiven Ursachen des Rückstandes zum Weltstand im Zusammenhang beweiskräftig und glaubhaft darzustellen. Eine wahre Fundgrube sind die mit großem Fleiß zusammengetragenen numerischen und zeitlichen Fakten, die man woanders vergeblich sucht. Herr Berkner analysiert den Niedergang und die Bemühungen zum Neuanfang  bis zum Scheitern der Chipfabrik sachlich.
Das Buch ist mehr als eine gelungenen Chronik. Die Mikroelektronik in Frankfurt (Oder) lebt und ist nach wie vor einer größten Arbeitgeber in der Region in Form vieler Aus- und Neugründungen.
 
Obering. Horst Kugler


Zeitschrift Funkamateur 1/2006, S.11


Der Autor unternimmt  hier den Versuch, die Geschichte des größten Industriebetriebes der Stadt Frankfurt (Oder) möglichst erschöpfend in einem Buch festzuhalten. Man empfindet es beim Lesen als sehr wohltuend, dass Berkner selbst bereits seine Lehre im "HFO" absolvierte und nach dem Abschluss des Studiums von 1982 bis 1997 in diesem Betrieb bzw. den Nachfolgeeinrichtungen tätig war.
Im ersten und zweiten Kapitel werden die Randbedingungen für den Aufbau der DDR-Mikroelektronik und ihre Entwicklungsetappen dargestellt. In Kapitel 3 kommt die technische, technologische und bauliche Entwicklung des Halbleiterwerkes von den 60er Jahren bis 1990 zur Sprache. Dabei lässt Berkner auch die Lebens- und Arbeitsbedingungen der zuletzt 8500 Mitarbeiter nicht aus. Die Entwicklung der Nachfolgebetriebe MTG, HEG, SMI und SIMI/MD&D ist Gegenstand von Kapitel 4. Unbedingt lesenswert ist ferner das Kapitel 5 "Communicant oder wie man es nicht machen sollte" ...
Ein kurze Historie der Halbleitertechnologie und ein umfassender Anhang, u.a. mit einer zeitlich chronologischen Darstellung der HFO-Geschichte, rundet das im Übrigen sehr gut bebilderte und hervorragend gestaltete Buch ab.


Chronik der Vergangenheit
Lesenswertes Buch über die Geschichte des Halbleiterwerkes

Von Horst Kugler*

Märkische Oderzeitung vom 5.10.2005

Endlich ist es da, ein Buch über die Geschichte des Halbleiterwerkes und der Halbleitertechnik/ Mikroelektronik in Frankfurt. Das Buch "Halbleiter aus Frankfurt" von Jörg Berkner kommt zwar spät, aber nicht zu spät, um die Entwicklung dieses Großbetriebes umfassend und chronologisch umfassend, zeitgenau, fachlich präzise und mit vielen Details darzustellen. Herausgekommen ist die Beschreibung der Geschichte eines großen, modernen Industriezweiges, der wie kein anderer die positive Entwicklung von Frankfurt und der Region geprägt und bestimmt hat und auch heute noch seinen Einfluss ausübt.
Der Autor, Jörg Berkner, der im Jahr 1973 eine Lehre als Elektronikfacharbeiter im Halbleiterwerk begann und nach dem Studium der Informationselektronik 1982 als Diplomingenieur im Halbleiterwerk arbeitete, ist natürlich ein Insider. Er beherrscht die exakte technische Beschreibung der Anwendung, des topographischen Aufbaus und der Herstellungstechnologie mikroelektronischer Erzeugnisse exzellent.
Die Vielzahl der Bauelementetypen und Technologien verwirren den technischen Laien vielleicht im ersten Augenblick. Es ist bei der Chronik eines solchen Hoch-Technologie-Betriebes aber erforderlich, Fachbegriffe zu nutzen, um technisch präzise und authentisch zu sein. Aber der Autor beschreibt doch sehr verständlich die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten und die sich daraus ergebenden technisch-ökonomischen Effekte.
Was dieses Buch aber so wertvoll und für jeden empfehlenswert macht, ist, dass Berkner der schwierige Spagat gelungen ist, sowohl komplizierte technische Sachverhalte darzustellen, als auch gleichzeitig fast liebevoll die Menschen zu beschreiben, die in jeder betrieblichen Situation versuchten, die immer rasanter steigendenden Anforderungen und Herausforderungen zu beherrschen.
Viele betriebliche Begebenheiten, Ereignisse, eingeschlossen gesellschaftliche Höhepunkte, werden genauso gewürdigt, wie unter der Überschrift "Leben war mehr als nur Arbeit" mit die Nutzung der vielen Freizeitangebote. Das war ein betriebliches Klima, das viele Angehörige des Werkes schätzten und an welches sie sich noch heute erinnern.
Hier merkt man Jörg Berkner besonders an, dass er mit Herz und Seele Halbleiterwerker ist. Die gleichberechtigten Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten der polnischen und vietnamesischen Arbeiter werden ebenso beschrieben, wie die vielfältigen Anstrengungen der Aus- und Weiterbildung. Auf den reich bebilderten Seiten erkennt man auch manch ehemaligen Halbleiterwerker oder sich vielleicht selbst wieder.
Der Autor ist durch intensive Recherchen aber auch in der Lage, die objektiven und subjektiven Ursachen des Rückstandes zum Weltstand im Zusammenhang beweiskräftig und glaubhaft darzustellen. Erstaunliches ist dabei herausgekommen. Eine wahre Fundgrube sind die mit großem Fleiß zusammengetragenen numerischen und zeitlichen Fakten, die man woanders vergeblich sucht.
Jörg Berkner, fast bis zum "bitteren Ende" 1997 in den Nachfolgefirmen aushaltend, bleibt bis zum Schluss, dem Scheitern der Chipfabrik, in seiner Darstellung auf der Basis der recherchierten Fakten sehr sachlich und rundet dieses Kapitel ab. Das Buch ist mehr als eine gelungene Chronik.
Die Mikroelektronik in Frankfurt lebt. Sie hat es verdient, anlässlich des 50. Jahrestages des Beginns der Halbleiterproduktion im Jahr 2008 gewürdigt zu werden.

*Unser Autor Oberingenieur Horst Kugler ist Vorsitzender des Ortsvereins Brandenburgischer Ingenieure und Wirtschaftler.


Zeitschrift Radio Fernsehen Elektronik
Nr. 7-8/2005,  S.64

Auch 15 Jahre nach dem Ende der DDR sind Entwicklungsgeschichte und Entwicklung  ihrer Mikroelektronikindustrie Gegenstand des Interesses. Das vorliegende Buch widmet sich dem früheren Halbleiterwerk Frankfurt (Oder),  das neben diskreten Halbleitern auf bipolare analoge und digitale ICs spezialisiert war. Dem Autor, einst HFO-Mitarbeiter, ist uneingeschränkt  Lob für diese sorgfältig recherchierte und sachliche, aber anteilnehmende Darstellung eines Teils deutscher Technikgeschichte zu zollen. Er vermeidet gängige Klischees, stellt die Entwicklung im Kleinen in den Kontext zu der im Großen, vor allem auch in den Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Lage beider deutscher Staaten nach deren Gründung - Reparation (Ost) gegen Marshall-Plan (West), Demontage und Ausplünderung (Ost) gegen Aufbau und "Wirtschaftswunder" (West).
Die Beschreibung beginnt beim Aufbau der Halbleiterproduktion in Frankfurt und endet mit den geplatzten Träumen von einer Chipfabrik 2004. Besonderen  Raum nimmt die einst vielgepriesene und selten erfolgreiche Zusammenarbeit im RGW ein, ebenso die Diskussion der Ursachen des Rückstandes gegenüber dem internationalen technischen Stand. Dabei wird auch gezeigt, wie schwer es war, praktisch mit leeren oder gar gebundenen Händen einen High-Tech-Standort aufzubauen, und wie teuer, auch in Devisen, jeder noch so kleine Fortschritt erkauft werden musste. Erinnerungen früherer Kolleginnen und Kollegen, lokale Presseberichte sowie zahlreiche Archivfotos machen Geschichte lebendig. Wohltuend ist das völlige Fehlen von besserwissender Häme, das heute gerade bei Themen wie diesem zu oft zum guten Ton zu gehören scheint.
W.E.Schlegel


Ein Buch über das Halbleiterwerk
Ehemaliger Mitarbeiter legt Band vor

Märkische Oderzeitung vom 8.7.2005, S.13

"Halbleiter aus Frankfurt" heißt ein Buch von Jörg Berkner, das jetzt im Funk-Verlag Bernhard Hein erschienen ist. Berkner erzählt darin aus der Geschichte des Halbleiterwerkes und der DDR-Halbleiterindustrie.
Der Autor ist Jahrgang 1956 und begann 1973 eine Lehre als Elektronikfacharbeiter mit Abitur im Halbleiterwerk. Nach dem Wehrdienst nahm er 1978 an der Ingenieurhochschule Dresden ein Studium in der Fachrichtung Informationselektronik auf. Als Diplomingenieur kehrte er dann ins Werk zurück und arbeitete dort als Entwicklungsingenieur und später als Projektleiter.
Insofern besitzt Berkner ein enormes Fach- und Insiderwissen, das auch dem Buch sein Gepräge gibt. Für einen Laien auf diesem Gebiet dürfte das Werk deshalb schwierige Kost sein. Es ist gespickt mit vielen Illustrationen, Tabellen, Zeichnungen und Grafiken.
Berkner spannt den Bogen vom Entstehen des Werkes und seiner Bedeutung für die DDR-Wirtschaft bis hin zum Scheitern des Projektes Chipfabrik und aktuellen technologischen Entwicklungen.
san